FAQ: Unternehmensbewertung
Kennzahlen & Begriffe
Was versteht man unter EBIT und EBITDA?
EBIT steht für Earnings Before Interest and Taxes — Gewinn oder Verlust vor Abzug von Zinsen und Steuern.
EBITDA steht für Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization — Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Es ist eine wichtige Finanzkennzahl, die die operative Ertragskraft misst, indem sie Finanzierungs-, Steuer- und Bilanzierungseffekte ausklammert, um die reine Leistung des Kerngeschäfts vergleichbar zu machen.
Was ist der Unterschied zwischen EBIT und Jahresüberschuss?
Das EBIT ist der Gewinn vor Steuern und Zinsen und zeigt das operative Geschäftsergebnis. Der Jahresüberschuss ist die positive Differenz zwischen Erträgen und Aufwendungen nach Steuern.
Was ist der Cashflow und warum ist er wichtig?
Der Cashflow zeigt die Zahlungsströme innerhalb eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum. Er gibt Auskunft über die Liquidität und Innenfinanzierungsfähigkeit und ist ein wichtiges Kriterium für die Kreditwürdigkeit.
Wie wird die Rendite berechnet?
Die Rendite wird berechnet, indem der Gewinn durch das ursprünglich eingesetzte Kapital geteilt wird. Eine Investition von 100.000 Euro mit 10.000 Euro Gewinn ergibt eine Rendite von 10%.
Bewertungsverfahren
Was ist das Discounted Cash-Flow Verfahren?
Discounted Cash-Flow (DCF) oder Abgezinster Zahlungsstrom beschreibt ein investitionstheoretisches Verfahren zur Wertermittlung.
Das Grundprinzip des DCF-Verfahrens besteht darin, prognostizierte finanzielle Überschüsse, also die sogenannten Cashflows, in einen gegenwärtigen Kapitalwert umzuwandeln. Dies geschieht durch das Abzinsungskonzept, bei dem zukünftige Zahlungen mit einem Diskontierungssatz, der das Risiko und die Zeitpräferenz widerspiegelt, auf den heutigen Wert reduziert werden.
Was versteht man unter Bereinigung?
Unter Bereinigung versteht man das Herausrechnen von einmaligen, nicht betriebsnotwendigen oder steuerlich bedingten Effekten aus den Jahresabschlüssen, mit dem Ziel, eine faire und realistische Basis für die Bewertung zu schaffen.
Was ist das Multiplikatorverfahren?
Das Multiplikatorverfahren ist eine Bewertungsmethode, bei der bekannte Werte aus verschiedenen Unternehmensbereichen mit einem Multiplikator versehen werden. Die vereinfachte Faustregel lautet 0,3% vom Umsatz oder 2-3-faches EBIT.
Risikofaktoren
Welche Risikofaktoren werden bei der Bewertung verwendet?
- Unternehmensführung: Controlling, Liquiditätsplanung, Rechnungswesen
- Mitarbeiter: Fachkraftquote, Personalausstattung, Schlüsselpersonenrisiken
- Alleinstellungsmerkmale: Leistungsportfolio, Standortvorteile, Zertifizierungen
- Unternehmenskennzahlen: Profitabilität, Effizienz, Wachstum
- Kundenstamm: Kundenbindung, Nachfrageentwicklung, Patientenstruktur
- Standort: Einzugsgebiet, Erreichbarkeit, demografische Struktur
- Konkurrenzsituation: Wettbewerbsintensität, Marktposition
- Digitalisierung: IT-Ausstattung, Prozessoptimierung
- Image: Außendarstellung, Qualitätsbewertungen, Reputation
- Versorgungsvielfalt: Diversifikation, Komplexanbieter-Status
Prozess
Wie lange dauert eine Unternehmensbewertung?
Die Bearbeitungsdauer einer Unternehmensbewertung liegt bei ca. 3-4 Wochen. Nach einem Erstgespräch sammeln und bewerten wir Ihre Unternehmensdaten. Durch die Anwendung des Discounted-Cash-Flow-Verfahrens und der Berücksichtigung preiskritischer Faktoren ermitteln wir einen Orientierungswert, der als solide Grundlage für die Verkaufsverhandlungen dient.